Auftraggeber
moderne stadt GmbH

Zeitraum
Mrz 13 - Dez 14

Umbauter Raum
ca. 800.000 m³

Ausführungsart
Rückbau von Fabrikgebäude

Rückbau ehem. Clouth-Gelände in Köln

P1100572 137 Jahre lang wurden am Standort der Clouth Gummiwerke AG im Kölner Stadtteil Nippes Gummiprodukte gefertigt und in die ganze Welt geliefert. Bereits vor Ende der Produktion im Jahr 2005 wurde durch die Stadt Köln die Weiternutzung im Rahmen eines Architekturwettbewerbes ausgeschrieben. Nun mussten die Werkhallen des 1868 vom Kölner Unternehmer Franz Clouth gegründeten Unternehmens den Abbruchbaggern weichen.

Entsprechend des Siegerentwurfes des Architektenwettbewerbes 2004 soll auf dem knapp 15 Hektar großen Gelände bis 2018 eine der größten Neubausiedlungen Kölns entstehen. Durch die Verbindung von Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Kultur in alter Industriearchitektur und anspruchsvollen Neubauten soll ein neues Quartier in Köln-Nippes entstehen. Die Planung und Betreuung des Gesamtprojektes wird durch die Stadtentwicklungsgesellschaft „moderne stadt“ betreut.

Mit dem Rückbau der Gebäudesubstanz und der Flächenentsiegelung wurde die BST Becker Sanierungstechnik GmbH aus Oberhausen im Jahr 2013 als Generalunternehmen beauftragt. Die BST Becker Sanierungstechnik GmbH ist als mittelständisches Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern in den Bereichen Abbruch, Sanierung, Erdarbeiten, Entsiegelung und Dienstleistungen tätig.

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Im Rahmen des Rückbaus des Clouth-Quartiers wurden auch alle notwendigen Schadstoffsanierungen, Entkernungen, der Ausbau und die Demontage von technischen Anlagen, Rohrleitungen sowie Stütz- und Trägerkonstruktionen durchgeführt. Der gesamte Abbruchumfang betrug ca. 800.000 m³ umbauten Raum sowie ca. 50.000 m² Flächenentsiegelung.

Als zentrales Bauwerk des neu gestalteten Clouth-Quartieres wird die ehemalige Halle 17 erhalten. Diese unter Denkmalschutz gestellte 125 m lange und 15 m hohe Backsteinhalle ist als Reminiszenz an die Historie des Geländes Bestandteil des Siegerentwurfes.

Die umliegenden Industrieanlagen wurden im konventionellen Rückbau abgebrochen. Zunächst wurden diese manuell entkernt. Insbesondere aus den Dachkonstruktionen fielen verschiedene Schadstoffe zur fachgerechten Entsorgung an.

Für die Abbrucharbeiten der bis zu 35 m hohen Anlagen und Hallen lag hierbei ein besonderes Augenmerk auf den entsprechenden Schutzmaßnahmen für die angrenzenden Wohngebiete und dem Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude.

Die rückzubauenden Hallen waren hauptsächlich als Stahlbetonskelett mit Ziegelmauerwerk ausgeführt. Zum Abbruch kamen hierbei verschiedene Großgeräte wie Hitachi ZX470 LF, ZX 470, zwei ZX350, ZX280, ZX250, ZX225, ZX135, ZX85, Caterpillar CAT330, CAT329, CAT320 sowie einem Tenex XR400 als Brecher und eine Sandvik QA331 Siebanlage zum Einsatz. Im Zusammenspiel mit bis zu 32 Mitarbeitern konnten hierdurch bereits mehrere Baufelder freigegeben werden.

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Bisher wurden 40.000 m³ mineralische Bausubstanz abtransportiert und 120.000 m³ vor Ort aufbereitet. 679.000 m³ des umbauten Raumes wurden bereits eingeebnet. Parallel zum Rückbau der alten Fabrikgebäude wurde der Boden von Altlasten befreit.

Im August 2014 wurde mit den Baumaßnahmen für die ersten Wohneinheiten begonnen. Zusammen mit der landschaftsplanerischen Neugestaltung der Freiflächen soll im Sommer 2015 das Leben in das neue Kölner Quartier einziehen.

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